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Am 1. Juli war ich seit langem mal wieder im Heidelberger Zoo, auch Tiergarten genannt.

Eigentlich bin ich kein großer Zoofan. Neben der Freude all die Tiere zu sehen macht sich bei mir nämlich immer ein gewisses Unwohlsein breit, dass viele von ihnen nur hinter Gittern gehalten werden (müssen?).
Ganz besonders intensiv wird dieses Gefühl beim Besuch der Menschenaffen und dennoch zieht es mich immer wieder ausgerechnet zu deren Gehege. So auch an diesem Tag, zumal sich bei den Gorillas Nachwuchs eingestellt hatte.

Die Gorillas, die im Tiergarten Heidelberg leben, gehören zu den Westlichen Flachlandgorillas (Gorilla gorilla gorilla). Eines der drei Weibchen, Zsa Zsa, hatte am 16.12.2006 einen Sohn, Banjoko, geboren. Als ich mit meinen Freunden Brigitte und Leander zum Außengehege des Menschenaffenhauses kam, saß Zsa Zsa mit ihrem Baby draußen aber der Kleine schlief tief und fest versteckt zwischen ihren Beinen. So machten wir erst einmal einen Rundgang um das ganze Gebäude entlang der Freigehege und schauten nach den Schimpansen und Orang Utans (dazu in einem weiteren Beitrag später mehr).
Banjoko spielt mit einem StöckchenAls wir wieder bei den Gorillas ankamen, war Banjoko inzwischen putz munter und spielte wie seine Mutter mit einem Stöckchen. Es war eine Freude Ihnen zuzusehen.
Banjoko ist Zsa Zsas zweites Baby. Sie wurde am 4.12.1986 im Tierpark Hellabrunn bei München geboren und von Hand aufgezogen. 1991 kam sie dann in den Frankfurter Zoo in dem sie auch ihr erstes Baby gebar. Bereits damals gab es Probleme. Zsa Zsa wollt ihr Neugeborenes zuerst nicht annehmen, aber mit viel Geduld brachte ihr Pfleger sie dazu sich liebevoll um den Nachwuchs zu kümmern. 2005 kam Zsa Zsa schließlich in den Zoo nach Heidelberg wo sie am 16.12.2006 den kleinen Banjoko zur Welt brachte. Und auch dieses Mal gab es anfangs Probleme. Zsa Zsa legte ihr Neugeborenes zunächst einfach zur Seite. Ihr Pfleger, Manfred Barz, leistete über 5 Stunden geduldige Überzeugungsarbeit bis Zsa Zsa schließlich den kleinen Banjoko in den Arm nahm. (nachzulesen in einem Pressebericht auf der Website des Tiergarten Heidelberg).

Kräftemessen mit ManaÜber den Artikel Gorillas im Freiland und in Menschenhand auf der Website Durians Blog konnte ich folgendes in Erfahrung bringen: Zsa Zsa wurde mit der Flasche großgezogen und identifizierte sich so sehr mit den Menschen, dass sie sich die Haare an den Unterarmen auszupfte, wohl um ihren unbehaarten Artgenossen ähnlicher zu sehen. Offensichtlich hat sie diese Eigenart beibehalten was man auf diesem Foto ganz gut sehen kann. Der gesamte Artikel in Durians Tagebuch ist hoch interessant! Es wird hier mehr als deutlich wie hoch sensibel diese sanften Riesen sind und welch aufopferungsvolle Aufgabe es ist, diesen Tieren in Gefangenschaft eine auch nur ansatzweise artgerechte Lebensweise zu ermöglichen.

und weiter geht's an ein anders 'schönes' PlätzchenZsa Zsa wechselte bei unserem Besuch häufig den Platz in Ihrem Gehege. Irgendwie schien sie sich unwohl zu fühlen, was aber sicherlich nicht nur an uns (mit den Teleobjektiven) lag. Inzwischen waren eine Menge Besucher im Zoo und entsprechend groß die Menschenmenge vor Ihrer Freianlage. Banjoko durfte keinen Meter von der Seite seiner Mutter weichen. Stets zog sie ihn gleich wieder zu sich, wenn er versuchte sich außer Armreichweite von ihr zu entfernen.

Haut doch alle ab!Einmal gab sie sogar unmissverständlich zu verstehen, dass sich doch gefälligst alle Besucher zum Teufel scheren sollen. Das war so ein Moment, bei dem ich mir besonders schäbig vorkam. Eigentlich geht es mir ja immer so, wenn ich die Menschenaffen besuche, aber da schämte ich mich sogar, der Gattung Mensch anzugehören, wegen dem solche wundervollen Geschöpfe wie Gorillas bald nur noch in Zoos - quasi unter Schutzhaft - überleben werden… was für ein trauriges Schicksal!

Hinter den Kulissen des Affenhauses spielte sich in den letzten Wochen ein weiteres Drama ab. Ende April 2007 kam das kleine Gorillamädchen Kiki zur Welt und musste wenige Tage nach ihrer Geburt intensivmedizinisch versorgt werden. Ihre Mutter hatte zu wenig Milch und das Kleine war völlig dehydriert. Im Zoo richtete ein Team der Kinderklinik Heidelberg eine provisorische Intensivstation ein und zusammen mit den Tierpflegern der Menschenaffen wurde das Gorillababy rund um die Uhr betreut und überwacht. Heute geht es der kleinen soweit ganz gut und sie trinkt schon alleine aus der Flasche. Aber es wird noch eine Weile dauern, bis sie in die Gorillagruppe integriert werden kann. (Ausführlicher in einem Pressebericht auf der Website des Tiergarten Heidelberg).

Ich werde zu gegebener Zeit mal wieder in den Heidelberger Zoo gehen und schauen, wie sich Banjoko entwickelt und vielleicht kann ich dann ja auch einen Blick auf die kleine Kiki werfen :-)

Weitere Fotos von Zsa Zsa und Banjoko in den Galerien » Gorillas 1 , » Gorillas 2 und
» Gorillas 3

Weiterer Beiträge über die Gorillagruppe des Heidelberger Zoos
» Gorillas in Menschenhand (2)

» Banjoko zeigt Interesse

♥ Einige Linktipps für alle die sich ausführlicher über Gorillas und die Möglichkeiten ihnen zu helfen informieren möchten.

» Heidelberger Zoo Sehr schön und informativ gestaltete Website des Heidelberger Zoos

» Berggorillas & Regenwald Direkthilfe e.V. Sehr ausführliche Website mit sehr vielen (Hautnah-)Berichten über die Lebensräume der Berggorillas und die Arbeit des Vereins. Zahlreiche weiterführenden Links.

» The Dian Fossey Gorilla Fund Gegründet von Dian Fossey zum Schutz der Berggorillas. Es gibt auch einige Videos über Berggorilla.

» Gorillas bei Wikipedia sehr ausführlich mit vielen wissenschaftlichen Infos über Gorillas

» Gorillas in Freiland und in Menschenhand Dirk veröffentlichte diese hoch interessanten anthropologischen Arbeit von Anja Poenick in seinem Blog. Absolut empfehlenswert!

» WWF-Deutschland Als Mitglied des WWF möchte ich auch auf die Möglichkeit einer Spende speziell für die Flachlandgorillas hinweisen. Interessante Artikel über die Gorillas und die Arbeit des WWF findet man auf deren Homepage unter Presse. Einfach im Suchfeld “Gorillas” eingeben.
WWF - Welt des Gorillas retten

SpeakerSong of the Day: John Lennon - Imagine

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